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Alles neu macht der Mai: Richtfest bei den Werksgärten

Werksgärten ©Landesgartenschau Wangen/Tarja Prüss
Richtfest mit allen Gartenbesitzern und Zimmerleuten

Vergangenes Jahr wurden die alten Hütten der ehemaligen ERBA-Werksgärten in Wangen abgerissen. Die Parzellen wurden im Zuge der Landesgartenschau Wangen 2024 neu strukturiert und die Flächen neu eingeteilt. Am Mittwoch konnte für gleich 42 neue Schrebergartenhäuser Richtfest gefeiert werden.

Zimmerleute bei Richtfest Werksgärten ©Landesgartenschau Wangen/Tarja Prüss

Viele der Gärtnerinnen und Gärtner haben zwischen ERBA-Gelände und Argen schon viele Jahre lang einen Schrebergarten. Manche von ihnen haben sogar noch bei der Spinnerei und Weberei ERBA gearbeitet. So wie Luis Fernandes, der mit 16 Jahren seine Ausbildung zum Textilmaschinenmechaniker bei der ERBA gemacht hat. Auch seine Eltern und andere Familienmitglieder haben in der Spinnerei gearbeitet. „Das war die schönste Zeit“, erzählt Fernandes. Und alle haben – als die ERBA 1992 Konkurs anmelden musste – am selben Tag ihre Arbeit verloren. „Das war die schlimmste Zeit.“

Nach 25 Jahren Leerstand sei es gut zu sehen, dass wieder Leben in das Areal komme. Es sei ein ganz anderes Bild heute, so der in Wangen geborene Fernandes. Den Garten hat er vor gut 20 Jahren von seinem Schwiegervater übernommen. „Klar hat das ein bissle wehgetan, den alten Garten aufzugeben.“ Aber jetzt sei er gespannt, wie es weitergehe und wie sich die Gemeinschaft entwickele.

Werksgärten ©Landesgartenschau Wangen/Tarja Prüss

Gemeinsame Anstrengung aller

Unter Anleitung der Zimmerleute haben alle Gärtnerinnen und Gärtner beim Aufbau der 42 Werksgärten mitgeholfen. „Das schweiße zusammen“, sagt Erdogan Turan. Er hat 30 Jahre lang bei der ERBA gearbeitet und vieles aus dem alten Garten aufgehoben; Pflastersteine und Pflanzen zum Beispiel, die jetzt wieder im neuen Garten Platz finden. „Das war eine schöne Zusammenarbeit“, meint auch Mujo Bakic, für den der Garten seit seiner Herzerkrankung sowas wie sein persönliches Urlaubsparadies ist. Außerdem habe er durch die Zusammenarbeit viele neue Gartennachbarn kennengelernt. Das gute Miteinander betonen auch die Zimmerleute, allen voran Jonathan Bläsing, der auch den Richtspruch vorgetragen hat:

„Hier steht gar herrlich anzuseh´n – die Stadt wird es gern gesteh´n – die neuen Werksgärten stolz aufgericht´. Brav tat ein jeder Gärtner seine Pflicht.“

Wie es die Tradition will, hat Zimmerermeister Bläsing das Glas am Ende zu Boden geworfen, wo es zersplitterte – was die Handwerksleute nach altem Brauch als gutes Omen für die Häuser und die Bewohner werten.

Montage Werksgärten ©Landesgartenschau Wangen
Beim Aufbau der Gärten haben alle zusammengeholfen.
Richtfest bei Erba-Werksgärten ©Landesgartenschau Wangen/Tarja Prüss

„Sie gehören hierher“

Die Gärten sind zwischen 70 und 80 Quadratmeter groß. Die Häuschen haben gut drei Quadratmeter Fläche und bestehen aus Dreischichtplatten mit Rahmenschenkeln und Pergolen, also das Terrassengebälk, alles gefertigt aus Fichtenholz. Im nächsten Schritt werden die Böden begradigt. Dazu müssen die derzeit sehr nassen Böden allerdings ein bisschen trocknen, bevor dort schweres Gerät fahren und die notwendigen Bodenarbeiten durchführen kann. Später werden die Häuschen noch in unterschiedlichen Farben gestrichen. Zusätzlich wird auch eine gemeinsame Bepflanzungsaktion stattfinden.

Für das Richtfest hatten die Gartenbesitzer ein internationales Buffet vorbereitet. „Sie gehören genauso hierher wie etwa die Boccia-Freunde und ich hoffe, dass das auch so bleibt“, sagte Oberbürgermeister Michael Lang, der am ersten Tag des Hüttenaufbaus selbst mit angepackt hatte. Der Rückbau der alten Gärten habe viel Mühe gemacht, so Lang. Denn beim Ausräumen und Abriss der Hütten wurde penibel auf eine ordnungsgemäße Entsorgung geachtet. Fast täglich mussten die Müllcontainer zur Entleerung abgeholt werden. Bei der Entsorgung der asbesthaltigen Materialien wurde großer Wert auf sämtliche Schutzmaßnahmen und gesonderte Entsorgung gelegt. Doch das ist jetzt Schnee von gestern, der Neuaufbau steht an und vielen Gärtnern juckt es in den Fingern, denn die Sommersaison steht ja schon in den Startlöchern.

In den Werksgärten funktioniert im Kleinen, was man sich manchmal im Großen auch wünschen würde: Menschen jeden Alters und unterschiedlichster Herkunft leben friedlich zusammen, helfen sich gegenseitig und seit dem Richtfest feiern sie auch gemeinsam.

Torte anschneiden bei Richtfest Werksgärten ©Landesgartenschau Wangen/Tarja Prüss
OB Michael Lang schneidet die eigens für den Tag gebackene Torte an. Sibli Arslan hatte das ganze Bufett organisiert.

Infos

  • 42 Gartenparzellen
  • Fundamente der Hütten und Wegebau: Firma Börner Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau
  • Neue Gartenhütten: Zimmerei Bläsing. Die neuen Hütten wurden in Zusammenarbeit mit der Landesgartenschau Wangen im Allgäu 2024 geplant.
  • Um die Auflagen des Naturschutzbundes einzuhalten, wurden entlang des Hochkanals Eidechsenhabitate angelegt.
  • Eigentümer und Verpächter der Gärten ist die Stadt Wangen.
Werksgärten ©Landesgartenschau Wangen/Tarja Prüss

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