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Anne Große und Franziska Gaugler berichten im Gespräch mit der städtischen Jugendreferentin Alexandra Weidmann und Professor Jörg Wendorff aus dem EuropatagVorbereitungsteam über ihre Erfahrungen. Foto: sum
Anne Große und Franziska Gaugler berichten im Gespräch mit der städtischen Jugendreferentin Alexandra Weidmann und Professor Jörg Wendorff aus dem EuropatagVorbereitungsteam über ihre Erfahrungen.

Attraktive Europatage auf der Gartenschau

Veranstaltungen zum Europatag auf der Landesgartenschau – geht das? „Und wie!“, musste die Antwort nach zwei intensiven Tagen des Austauschs sein! Gemeinsam nachgedacht, gesprochen und diskutiert wurde auf der Argenbühne und am Platz der Kirchen mit Schwergewichten der Europa-Szene. Dazu gab es Musik von Olga Bussovikow und der Band Loonatic, die auch Vorbeiflanierende anlockte und zum Bleiben veranlasste.

 

Alle Diskutanten waren überzeugte Europäer, die die Bedeutung des Mottos der Europäischen Union und der Wahlen am 9. Juni in den Mittelpunkt der beiden Tage stellten. Dieses Motto lautet: in Vielfalt geeint! Professor Jan Bergmann kam sehr schnell darauf zu sprechen. Er ist nicht nur Präsident des Verwaltungsgerichts Stuttgart und berät als Jurist Länder in Osteuropa auf dem Weg in die Europäische Union. Im Tagesgeschäft sitzt er als Verwaltungsrichter häufig Asylsuchenden gegenüber. Schon allein deshalb vertritt er die Ansicht, dass Europa im Umgang mit Flüchtlingen gemeinsam besser werden muss. Denn Menschen werden auch weiterhin fliehen.

Auch für die ehemalige Vizepräsidentin des Europaparlaments, Evelyne Gebhardt, kann es nur über die Gemeinschaft in Europa für die Menschen weiter gutgehen. Die gebürtige Französin ging 1975 zum Studium nach Deutschland. Es war noch die Zeit, in der die Politik zwar längst Frieden mit Deutschland gemacht hatte, die Menschen sich aber oft noch schwer taten damit. Sie heiratete einen Deutschen und sagt heute: Das was wir mitten in Europa haben, wäre ohne die EU nicht möglich. Bruno de Soultrait sprach sich als Vertreter der französischen Partnerstadt La Garenne-Colombes für die Weiterentwicklung des Partnerschaftsgedanken aus, unter anderem indem auf der Sachebene gemeinsame Themen gesucht und auch gemeinsam bearbeitet werden.

Dr. Albrecht Haizmann, der als Geschäftsführer des Arbeitskreises Christlicher Kirchen (ACK) in Baden-Württemberg für die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen steht, betonte den Blick über den Tellerrand hinaus. So wie die ACK sich als Gemeinschaft der christlichen Kirchen versteht, so müssten sich auch die Europäer als Gemeinschaft verstehen. Es gehe darum, die Menschen als Menschen wahrzunehmen und sie nicht aufgrund ihrer Herkunft als Angehörige einer Nation oder Region einzuordnen.
Zu den Höhepunkten der beiden Tage gehörten die Berichte zweier Studentinnen, Franziska Gaugler und Anna Große. Beide waren ein Jahr in Italien und erzählten von den bereichernden Erfahrungen, den vielen schönen Kontakten und davon was, diese Zeit im Ausland ihnen auch für die Zeit danach gebracht hat. Von der Offenheit gegenüber anderen Menschen war dabei ebenso die Rede wie davon, dass der italienische Lebensstil, nicht nur im Urlaub, sondern auch im Alltag guttun kann.

Wie wohltuend Europa wirken kann, erzählte Tim Haug, Bereitschaftsleiter beim DRK in Wangen. „Im Notfall, der kein Eingreifen der Polizei erfordert, sollte man immer die 112 wählen, sagte er. Am Ende dieser Telefonnummer sitzen europaweit Menschen, die helfen können.
Die Tage endeten mit der Beachparty unter dem Zelt der Kirchen. Jung und Alt hörten gemeinsam Musik. Für die Organisierenden der Europatage die Belohnung für die Mühen.

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